Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft

Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft

"Pillen vor die Säue: Antibiotika in der Tierhaltung und ihre fatalen Folgen"[Essay von Eva Rosenkranz und Rupert Ebner]

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Es ist, als liefen wir sehenden Auges in die Katastrophe: Um unseren Fleischhunger zu stillen, müssen möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Raum möglichst rasch »Schlachtgewicht« erreichen – und das geht nur mit hohem Antibiotikaeinsatz. Dies beschleunigt auch die Entwicklung resistenter Keime und gefährdet damit die gesamte Humanmedizin: Ohne die bisherige Wunderwaffe in Tropf und Tablette werden Operationen riskant und selbst kleine Infektionen potenziell gefährlich. Wie verwundbar wir und unser Gesundheitssystem sind, hat uns die Corona-Pandemie eindrücklich vor Augen geführt. Damit bakterielle Infektionen nicht zur nächsten globalen Gesundheitskrise werden, müssen wir umsteuern. Rupert Ebner und Eva Rosenkranz zeigen, was jetzt geschehen muss – für mehr Tierwohl, gesunde Menschen und eine intakte Umwelt.

"Die Erde – ein Lebewesen? Über die Gaia-Hypothese von James Lovelock" [Essay von Ugo Bardi]

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Warum gibt es eigentlich Leben auf diesem Planeten? Wie entsteht und erhält sich die Biosphäre, in der auch wir Menschen leben. Und könnte es sein, dass die Erde nicht nur Heimat aller Lebewesen ist, sondern ihrerseits wie ein Organismus funktioniert? Mit diesen Fragen hat sich der bekannte britische Naturwissenschaftler James Lovelock seit über 50 Jahren beschäftigt. Lovelock ist mit seiner sog. „Gaia-Hypothese“ einer der wichtigsten Vordenker der weltweiten Ökologiebewegung. Einige seiner zentralen Grundannahmen sind auch von der Fachwelt, z.B. in der Ökosystemforschung, aufgegriffen worden. Ugo Bardi, Professor in Florenz und Mitglied im Club of Rome, zeichnet in seinem Essay anschaulich die Entstehung und Entwicklung von Lovelocks Gaia-Hypothese nach und zeigt, wie hilfreich sie ist, um das Ökosystem der Erde besser zu verstehen – und besser zu schützen.

Ein Transskript dieses podcasts finden Sie unter folgendem Link: https://oekom-verein.de/wp-content/uploads/2021/07/oekom-podcast_23-Bardi-Lovelock.pdf

"Small is beautiful" - Ernst Friedrich Schumachers Entwurf einer nachhaltigen Ökonomie [Essay von Niko Paech]

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»Small is beautiful« – so lautet die frohe Botschaft des Buchbestsellers von Ernst Friedrich Schumacher aus dem Jahr 1973. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft noch unreflektiert der Religion des »industriellen Gigantismus« anhing, hat der britische Ökonom die heutige Systemkrise bereits vorausgeahnt. Mit seiner Vision einer humanen Technologie, die einen geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt und den Menschen ein Höchstmaß an selbstbestimmten Tätigkeiten erlaubt, hat er viel von dem vorweggenommen, was wir heute unter nachhaltiger Entwicklung verstehen. »Small is beautiful« ist daher aktueller denn je – ein kluger Wegweiser in eine Welt, in der die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht umgekehrt.

Time is honey (Folge 4/4): Lob der Pause [Essay von Karlheinz A. Geißler]

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Endlich Pause! Wie hat man sich in der Schule darauf gefreut, das erlösende Pausenklingeln zu hören ... Und auch sonst braucht man sie, wenn das Leben allzu anstrengend wird. Dennoch hat die Pause gemeinhin ein eher schlechtes Image. Sie gilt als „unproduktiv“, als Zeichen von Schwäche. Die Pause ist der Rundumverwertung von Zeit in Geld im Weg. Pausen sind Sand im Getriebe einer hochbeschleunigten Nonstopgesellschaft. Und dennoch sind wir auf sie angewiesen. Auch vermeintlich unproduktive Zeiten wie die Pausen können ein Gewinn sein – und sei es „nur“ an Lebensqualität. Höchste Zeit also für ein Loblied auf die Pause, wie es der bekannte Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler in seinem Essay anstimmt.

Sand - Vom Schwinden einer der wichtigsten Substanzen auf Erden [Essay von Vince Beiser]

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Unsere Welt ist auf Sand gebaut, denn als Grundstoff von Beton steckt Sand in fast allen Gebäuden und Straßen. Auch für die Produktion von Computerchips, Papier und Zahnpasta ist er notwendig. Sand ermöglicht unseren heutigen Lebensstil, daher ist er in geeigneter Qualität längst Mangelware – und die Redewendung »wie Sand am Meer« irreführend. Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Journalist Vince Beiser nimmt uns mit in das Reich des Sandes, zu seinen Quellen, Einsatzmöglichkeiten und zu den Konflikten um seine Förderung. Er erzählt die fesselnde Geschichte eines Stoffes, ohne den unser modernes Leben nicht möglich wäre – und zeigt auf, was uns droht, wenn er ausgeht.

Zukunft neu erzählen - Das Weltbild der Verbundenheit von Mensch und Natur [Essay von Geseko von Lüpke]

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Zukunft war früher mit einem Versprechen verbunden: Alles soll besser werden! Dieser Optimismus ist inzwischen verflogen. Nicht erst seit Corona. Zukunft wird von vielen eher als Bedrohung empfunden, denn als Verheißung. Unser Handeln verliert aber so seine Perspektive. Gerade um sich den vielfältigen Herausforderungen und aktuellen Krisen zu stellen, braucht es eine neue Sicht auf die Rolle des Menschen im Ganzen der Natur: ein Selbst- und Weltverständnis, das die Verbundenheit von Mensch und Natur ins Zentrum rückt – und aus dieser Verbundenheit heraus politisches Handeln gestaltet. Wir müssen die Geschichte des Menschseins neu erzählen, damit Zukunft keine Bedrohung, sondern wieder ein Versprechen ist: für ein gutes Leben für alle.

Mensch macht Geschichte - Die ambivalente Erzählung vom Anthropozän [Essay von Barbara Unmüßig]

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In der Diskussion um die globalen Krisen ist ein Begriff allgegenwärtig: der des „Anthropozän“. Globaler Klimawandel, weltweite Verluste der biologischen Vielfalt, Mikroplastik in den Gewässern – die Liste menschlicher Eingriffe in das System Erde ist so lang, dass Wissenschaftler*innen vorschlagen, ein ganzes Erdzeitalter nach uns zu benennen. Was bedeutet der Begriff, welche Implikationen hat er – und vor allem: was folgt aus ihm? Welche trügerischen Hoffnungen werden aus dem Konzept des „Anthropozäns“ abgeleitet? Aber auch: Zu welch neuem Selbstverständnis des Menschen im Ganzen der Natur könnte es beitragen? – Ein kritischer Essay von und mit der Politologin Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.

Time is honey (Folge 3/4): Warten [Essay von Karlheinz A. Geißler]

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Wer will schon warten? Auch wenn wir es ständig tun und tun müssen – das Warten ist und bleibt eine Zumutung. Erst recht für all diejenigen, die ihre Zeit „optimieren“ und möglichst „effizient“ mit dem knappen Gut Zeit umgehen wollen. Wer wartet sucht nach Alternativen, wie er die „verlorene“ Zeit mit andern Aktivitäten füllen kann. Besonders beliebt: die neusten Nachrichten auf dem Smartphone checken. Muss das sein? Warum schalten wir nicht um, von verlorener Zeit auf gewonnene Zeit? Suchen wir nicht häufig nach mehr Zeit? Vielleicht finden wie sie ausgerechnet dort, wo die lange Weile der Zeit uns am meisten nervt: beim Warten!? Der bekannte Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler unternimmt in seinem Essay den Versuch, dem Warten seine guten Seiten abzugewinnen. Denn auch hier gilt: time is honey.

"Was hat die Mücke je für uns getan? - Die Bedeutung der biologischen Vielfalt für unser (Über-)Leben"

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Was kümmert es uns, wenn irgendwo in Brasilien eine Art verschwindet, von deren Existenz wir bis dahin gar nichts gewusst haben? Und wäre es nicht fantastisch, wenn lästige Mücken ausstürben – und all die anderen Plagegeister gleich mit? Natürlich nicht … aber warum eigentlich? Warum benötigen wir all die Vielfalt des Lebens in der Natur? Die Biologin Frauke Fischer und die Ökonomin Hilke Oberhansberg werfen in dem Podcast, der auf ihrem gleichnamigen Buch basiert, einen unterhaltsamen Blick auf die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen, die uns Nahrung, Gesundheit und Sicherheit schenken – und so vieles mehr. Ob Sie die lästige Mücke dabei lieben lernen? Vielleicht nicht, aber Sie werden sie zu schätzen wissen.

"Das System ist am Ende - das Leben geht weiter" [Essay von Meinhard Miegel]

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Wachstum = Wohlstand. So lautet die Gleichung, die bislang das Credo unserer Gesellschaft bildete und auch lange Zeit aufzugehen schien. Doch die Krisen unserer Zeit, allen voran die sich zuspitzende Klimakrise, machen deutlich, dass materielles Wachstum schon seit Langem unseren Wohlstand nicht mehrt, sondern verzehrt; dass Wachstum und Zerstörung zwei Seiten der gleichen Fortschrittsmedaille sind. Doch dieses offenkundig nicht zukunftsfähige System ist menschengemacht – und damit veränderbar. So eröffnen sich Chancen, um Gier und Wachstumswahn zu überwinden, Neues zu wagen. Klug, prägnant und nachdenkenswert fordert der bekannte Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel nicht weniger als eine Erneuerung unserer Kultur – damit das Leben (gut) weitergehen kann.

Über diesen Podcast

Wie können wir mit neuem Denken und beherztem Tun die Krisen unserer Zeit bewältigen?

Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ gibt hierzu Denkanstöße. Mit Lesungen aus Büchern, Essays, Vorträgen und Gesprächen über Themen, die die Welt bewegen (sollten): Was tun gegen die Erhitzung unseres Planeten oder den Verlust an Biodiversität? Wie können wir unser eigenes Leben ökologischer und nachhaltiger gestalten – und dabei an Lebensqualität gewinnen?

Vordenker*innen des weltweiten Diskurses über Nachhaltigkeit kommen zu Wort: analysieren klug, klären auf, stimmen nachdenklich – und machen Mut: für eine Zukunft mit Zukunft.

Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des oekom vereins im Rahmen des Projektes "münchner zukunftssalon" mit dem oekom verlag.

von und mit oekom verein & oekom verlag

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