Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft

Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:03: Hallo zusammen, willkommen zu einer weiteren Folge unseres Ökom-Podcasts.

00:00:12: Am Mikrofon ist wie immer Manuel Schneider.

00:00:15: Wer kennt es nicht?

00:00:16: Man steht im Supermarkt will was einkaufen.

00:00:19: fast schon reflexartig greift man zu einem der vielen Produkte die als klimaneutral umweltfreundlich oder nachhaltig produziert beworben werden Grüne Verpackung, ein paar Blätter als Symbol für Naturnähe.

00:00:34: Am besten das ganze noch vegan!

00:00:37: Und da man solche Claims nahezu überall findet fällt die Auswahl auch nicht allzu schwer.

00:00:43: Wer sich von uns eine gewisse Gutgläubigkeit bewahrt hat verbindet mit dem Kaufakt vermutlich das positive Gefühl Eine gute, eine begründete jedenfalls ökologisch korrekte Entscheidung getroffen zu haben.

00:00:58: Für sich, für die Tiere, für Natur und

00:01:01: Umwelt.".

00:01:03: Doch womöglich hat es mit all dem nicht allzu viel Aufsicht.

00:01:07: Hinter vielen dieser vollmundigen Werbeversprechen stehen kaum überprüfbare Standards – was heißt schon Klimaneutral?

00:01:16: Und immer wieder berichten Medien das Unternehmen, den wir in gutem Glauben unser Geld gegeben haben, in anderen Bereichen alles andere als nachhaltig und vorbildlich agieren!

00:01:27: Vieles mehr scheint als sein.

00:01:29: Man könnte es auch Betrug an der Kundschaft nennen.

00:01:33: Gemeinnin spricht man von sogenanntem Greenwashing, das ganze hat offenbar Systeme.

00:01:39: ein aktueller Greenpeace Report verfasst von der Wirtschaftsexpertin und Sprecherin von Greenpeace Österreich Ursula Bitner zeigt anhand zahlreicher Beispiele wie die Industrie bereits seit Jahrzehnten Politik-und Verbraucherschaft ruhig stellt mit leeren Versprechen und freiwilligen Selbstverpflichtungen, und sich gleichzeitig über ihre Lobbyarbeit unbemerkt längst Einfluss auf politische Entscheidungen gesichert hat.

00:02:12: Greenwashing ist daher deutlich mehr als nur irreführende Werbung.

00:02:17: Es ist ein lukratives Geschäftsmodell- und Milliardenbusiness Denn statt Umweltschutz zu betreiben, ist es zweifellos billiger ihn nur vorzutäuschen.

00:02:29: Im Folgenden hören Sie in leicht bearbeitete und gekürzter Fassung den Vortrag, den die Greenpeace-Expertin Mitte März anlässlich der Veröffentlichung ihres Reports im Münchner Zukunftsalon gehalten hat.

00:02:41: In ihm legt Ursula Bitner die Strategien hinter dem Greenwashing offen von fossilen Konzernen über die Finanzindustrie bis zur Fast Fashion.

00:02:53: Der Report analysiert die raffiniertesten Täuschungsmanöver quer durch alle Branchen und die recht erfolgreichen Bemühungen der Wirtschaft, verbindliche rechtliche Regulierungen zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.

00:03:10: Dokumentiert werden aber auch beunruhigende neue Entwicklungen.

00:03:15: Denn in Zeiten in den selbst von politischer Seite ökologische Ambitionen als nicht mehr zeitgemäß diffamiert und ad acta gelegt werden ziehen sich einige Unternehmen bereits aus der Klima- und Umweltkommunikation zurück oder streichen ihre Umweltziele komplett.

00:03:34: Greenhushing bzw.

00:03:36: greencanceling sind die neuen Trends ostentativer Nichtnachhaltigkeit.

00:03:44: Der Vorwurf des Greenwashings läuft so ins Leere, weil Nachhaltigkeitsziele gar nicht mehr verfolgt und propagiert werden sondern schlicht aufgegeben werden um mit freilich auch niemandem gedient ist.

00:03:57: So bleibt die zentrale Frage, welche tiefgreifenden Veränderungen auf politischer wirtschaftlicher aber auch kultureller Ebene bräuchte es um Greenwashing und Co.

00:04:10: zurückzudrängen und durch glaubwürdiges wirksames Handeln zu ersetzen?

00:04:17: Hören Sie nun den Vortrag von Ursula Bitner, der sich diesem ganzen Themenkomplex zwar aus aktuellem Anlass jedoch zugleich mit einer gewissen historischen Tiefenschärfe gewidmet hat und auf die Anfänge dieser bis heute andauernden Fehlentwicklungen eingeht.

00:04:35: Ja, vielen Dank für die nette Vorstellung!

00:04:37: Und ich freue mich, dass das Buch von Greenpeace vorstellen darf.

00:04:41: Es ist aber nicht das erste Buch von greenpeace.

00:04:44: gar nicht bewusst sondern eigentlich zufällig gab es schon mal ein Buch von von GreenPeace.

00:04:49: in two-neinzehnhundert zweiundneunzig hat Kenny Bruno einen Buch geschrieben.

00:04:53: Das hat geheißen Greenpeace Book of Greenwash.

00:04:55: Und eben zufälligerweise war dieses Buch auch über Greenwashing.

00:04:59: Damals noch ein bisschen in einem anderen Kontext, nämlich im Rahmen des Earth Summit in Rio, wie Greenpeace einfach beobachtet hat, wie immer mehr Firmen oder Konzerneindustrie in diese Unokonferenzen rein drängen und hier auch mitreden wollen, mitbestimmen wollen was die Länder... beschließen an Maßnahmen, wie man eben Umweltthemen angeht.

00:05:24: Also damals war noch nicht Klima so das Thema aber grundsätzlich Umweltregelungen soweit dass halt im internationalen Kontext geht.

00:05:31: und da hat sich eigentlich bis heute nicht viel geändert sondern es ist Schärfer geworden, wenn wir daran denken.

00:05:38: Das sind bei der letzten Klima-Koptehosechsechsehundert Lobbyisten vor Ort waren.

00:05:42: Bei der KOPTA vor in Dubai waren es zwei Tausend Vierhundert-Lobbyisten.

00:05:45: Da sind mehr Menschen aus zehn Ländern, die am meisten von einer Klimakrise betroffen sind, vor Ort worden.

00:05:53: Das heißt das gibt einfach eine sehr große Inbalance zwischen Parties also wirklich Menschen, die von den Ländern kommen und ihre Interessen vertreten und denen die Wirtschafts- und Profitinteressen ver treten.

00:06:04: Der Unterschied zu damals und heute ist, dass wir nicht mehr entscheiden, welchen Weg gehen wir oder welche Strategie fahren wir.

00:06:11: Sondern es ist irgendwie Spitz auf Knopf – ich brauche nicht erklären in welcher Situation wir uns befinden.

00:06:16: Vor allem in diesem Rahmen ist wahrscheinlich allen bewusst, wie sind wir mitten in einer Klimakrise?

00:06:19: Wie sind wir mit einer Artenkrise?

00:06:21: Und das ist die Frage, ob wir das Ruder rumreißen können oder nicht!

00:06:26: Ich springe wieder zurück zu der COP und zu den Konferenzen, das war das erste Mal Umwelt, so eigentlich wirklich erst ein Thema.

00:06:36: Und da hat man gesehen – und das beschreibe ich auch alles im Buch – weil ich auch gelernt habe selber meinen Studien.

00:06:44: um die Gegenwart und die Zukunft zu gestalten muss, man die Vergangenheit kennen.

00:06:47: Deswegen ist ein sehr großer Teil des Buchs ein Abriss aus der Vergangenkeit.

00:06:52: Bei dieser Stockholm-Konferenz war es eigentlich so, dass man die Industrie mehr als Problem gesehen hat und weniger als Lösung aufgezeigt hat.

00:07:02: Welche Probleme mit diesem Wirtschaftsmodell und mit eben Chemikalien und Pestiziden und Emissionen

00:07:08: usw.,

00:07:08: was alles da für Einfluss auf unsere Umwelt und auf unsere Natur ist?

00:07:13: Und hier kommt dann relativ schnell Bruce Harrison ins Spiel, der immer wieder im Buch vorkommt.

00:07:18: Weil er so der Parte des Greenwashings ist, der das im Prinzip erfunden hat und der wurde dann mehr oder weniger auf den Plan gerufen weil die Industrie oder die Konzerne entdeckt haben Das ist ein Problem dass man bei diesen Konferenzen sie so als Problem sieht und dass da vielleicht Gesetze kommen Regelungen kommen Die ihren Profit auch dementsprechend minimieren können.

00:07:40: Und er hat sich dann stark gemacht, eben dieses Modell auch einzuführen.

00:07:47: Economy, Environment und Energy alles auf derselben Ebene ein bisschen so einen Vorläufer zu dem kein sicher jeder Ökologie, Soziales und Ökonomie das muss alles auf einer Ebene stehen.

00:07:58: Dieses Konzept hat sich sehr dominant über Jahre Manifestiert auch in Kreisen, wo eigentlich Ökologie das Zentrum war.

00:08:06: Hat man immer so diese drei Säulen müssen nebeneinander sein und es hat sich dann auch schon im EarthSumme in twohundundzig umgeschlagen.

00:08:14: da wurde die Industrie nicht mehr als Problem gesehen sondern immer als Teil der Lösung und dann sind schon sehr viele Konzerne dort gesessen, haben dort mitverhandelt, haben ihre Interessen auch dort vertreten.

00:08:23: Es kann dann zu einem freiwilligen Verhaltenscodex für Unternehmen, der dort erfunden worden ist Was die Idee war, immer ins Freiwillige das ganze Zeit zurückzurücken und ja nicht verpflichtende Regelungen und Maßnahmen für Unternehmen zu verankern.

00:08:40: Wenn ich jetzt noch weiter zurückspringen sehe – ich gehe immer sehr viel in die Vergangenheit – was aber interessant ist um zu verstehen wie das entstanden ist auch diese Idee dieses Einfluss zu haben so tun als ob Ist es eigentlich?

00:08:56: Die Strategie der Konzerne früher noch war zu vertuschen und so tun das hätten wir kein Problem.

00:09:02: Und diese Strategie haben sie sich abgeschaut von der Tabak-Unterzuckerindustrie.

00:09:07: Die Tabakindustrie hat ja sehr lange versucht uns weiß zu machen, dass Rauch nicht gefährlich ist.

00:09:12: Ich hatte selber auch so nachgedacht.

00:09:13: ich hatte Kaugummi-Zigaretten, ich hatte Schokoladenzigaretnen Sie wahrscheinlich auch alle.

00:09:18: also man hat einfach von klein auf gelernt Das ist eh super wenn man raucht und eben einfach geläugnet einfach nicht gesundheitsgefährdend ist.

00:09:27: Und genauso hat sich das auch die fossile Industrie gedacht, wir tun einfach so als wäre da einfach kein Problem.

00:09:33: Vielleicht haben Sie das mal gehört, auch Exxon hat in den siebzeigern Studien gehabt wo der Zitier drin gestanden ist.

00:09:39: wenn wir so weitermachen werden wie ein Problem haben eben mit dem Klima wenn wir weiterhin fossile Energie extrahieren.

00:09:45: diese Studie wurde einfach in die Schublade gegeben und gibt es einfach nicht was dann passiert ist.

00:09:53: und es ist alles nie so.

00:09:55: Das ist passiert, dann kam das Nächste.

00:09:57: Sondern es ist natürlich alles schleichend und fließt ineinander aber wo sich ein bisschen was verändert hat mit dem Buch und das war schon im Jahr dwaundsechzig Silent Spring der Stumme Frühling.

00:10:09: Das Buch wird wahrscheinlich den meisten hier im Begriff sein von Rachel Carson wo sie gezeigt hat wenn wir weiterhin Chemikalien und in diesem Fall vor allem Insectizide verwenden werden die irgendwann einen Stummenfrühling haben.

00:10:20: also es ging v.a.

00:10:21: um das Insectzid DDT.

00:10:25: Da kamen auch wieder die Chemiekonzerne auf den Plan und haben auch wieder Bruce Harrison gesagt, was können wir machen?

00:10:32: Dieses Buch ist gefährdend für uns dass es da eben wieder zu gesetzten Regelungen kommt.

00:10:37: Und da wurde dann noch diffamiert.

00:10:40: Es wurde gesagt sie ist unwissenschaftlich.

00:10:42: das stimmt alles nicht.

00:10:43: Sie wurde mit sexistischen Vorwürfen konfrontiert Das hat aber de facto nichts gebracht.

00:10:47: Sie hat's dann selber zwar nicht mehr lebt weil sie schon gestorben war Aber DDT wurde dann verboten.

00:10:52: Und hier war so ein entscheidender Moment, wo sich Konzerne gemeinsam mit PR-Genduren eben unter anderem Bruce Harrison gedacht haben.

00:11:01: Okay das funktioniert nicht mehr!

00:11:02: Das Leugnen funktioniert mich nicht mehr.

00:11:04: parallel dazu wird die Wissenschaft stärker entdeckt immer mehr.

00:11:08: Die Umweltbewegung entsteht langsam.

00:11:11: Es kommen also Greenpeace und anderen ist ja dann auch später entstanden andere Umweltwirkungen viel zivilgesellschaftlicher Organisationen Auch die Medien haben mehr darüber berichtet Und man kann so sagen, dass hier dieses Zeitalter des Greenwashings begonnen hat.

00:11:26: Das heißt, man hat gesagt tun wir einfach so als ob dann werden wir nicht an unseren Taten gemessen.

00:11:32: das heißt das Konzerne im Gesagten sind Wir machen das ja.

00:11:36: wie ersetzen uns Ziele wir sparen Emissionen ein wir setzen auf Recycling wir setzen auch nachhaltiges irgendwas und Ob sie es dann machen oder nicht, das ist sehr schwierig zu durchschauen.

00:11:49: Aber bleiben wir im freiwilligen Bereich?

00:11:51: Wenn das da noch später in den Neunzigern bei Gütezeichen gesehen... Das kann man ja dann einen Haufen von Güte Zeichen haben die auch die Idee haben Ja!

00:11:59: Das ganze freiwillig zu machen also nicht ein Gesetz zu haben dass man sagt man darf diese Produkte nicht mehr kaufen wenn Sie eben die Umwelt schädigen oder Menschenrechte verletzen sondern wir verpflichten uns freiwillige eben das einzuhalten.

00:12:14: und Eine weitere Strategie, die war jetzt wieder sehr viel später, im Jahr four.

00:12:19: Kennen sich ja auch viele.

00:12:20: Die BB-Kampagne hat mit zweihundertfünfzig Millionen den ökologischen Fußabdruck entwickelt, den sicher jeder heute kennt, wo die Idee ganz klar war zu sagen... Ihr setzt alle dran schuld.

00:12:33: Also ihr rechnet jetzt auch einen ökologischen Fußabdruck aus und ihr müsst einfach nur richtig konsumieren, ihr müsst zu die richtigen Produkte kaufen dann läuft das alles schon man geht das und alles nur nicht wie selber dass wir wirklich unser Kerngeschäft transformieren.

00:12:48: wenn wir jetzt zahlen anschauen von zwanzig-zweiundzwanzig habe ich mir aufgeschrieben Fünf fossile Konzerne, also PB, Shell, Chevron, ExoMobil, Total Energy haben siebenundfünftig Millionen Dollar ausgegeben für klimabezogene PR-Aktivitäten.

00:13:02: Das heißt man hat dann sehr viel investiert in diese grüne Werbung.

00:13:06: ich habe mir dann auch selber mal so ein bisschen vergrünt bis wir uns das angeschaut haben.

00:13:11: Ich habe es mich selbst auch angeschauen.

00:13:12: wenn man diese Instagramseiten und so anschaut ist immer alles sehr schön grün.

00:13:16: und es gab schon eine Werbung von einem Outlook von einem Autohersteller, den ich von Kier, das ich auch im Buch beschrieben habe, wo ein Auto über den Strand mit einem Rechen hinten dran fährt und praktisch den Strand reinigt damit die Schildkröten ins Wasser können.

00:13:31: Es ist absolut absurd aber es wurde alles halt sehr so grün-floschig nachhaltig dargestellt.

00:13:38: Greenwashing, der Begriff selber.

00:13:40: Nun auch nicht kommt aus dem Englischen.

00:13:42: Kommt vom Washing schönen Farberei und kommt eigentlich von Wildwashing.

00:13:46: Das ist wie weiße... also das man weiße Personen in schwarze Rollen mit weißen Personen besetzt hat.

00:13:54: Das hat man dann im Wildwasching genannt.

00:13:56: Und greenwashing kam das erste mal auf Wie J Westerwald?

00:14:00: Das war ein Aktivist oder eine Kologe sich darüber aufgeregt hat, dass sie in den Hotels dieses Pickle ist.

00:14:06: Hängen Sie das Handtuch auf!

00:14:08: Dann wird es nicht gewaschen für die

00:14:10: Umwelt.".

00:14:10: Und er hat dann ihm gesagt, das ist nicht für die Umwelt sondern die Sparnde mit Kosten und wenn sie wirklich was für die umwelt machen würden, würden sie ganz andere Maßnahmen setzen.

00:14:18: Da kam das erste mal dieser Begriff Greenwashing mittlerweile also auch im Oxford Dictionary drinnen.

00:14:24: Was mir auch wichtig ist und was auch für uns aus Greenpeace eine Definition von Greenwasching.

00:14:28: Es ist nicht nur Greenwashing, wenn es absichtlich ist.

00:14:30: Mittlerweile sagen wir auch... Auch wenn's unabsichtlich is', ...is' it greenwashing?

00:14:35: Weil wir haben die Zeit nicht mehr zu sagen, ob das jetzt passiert, sondern man muss sich schon als Unternehmen und als PR-Agentur oder sonstige Akteurinnen überlegen was tu ich und diese Verantwortung auch übernehmen.

00:14:47: Genauso wie man es macht bei Hygienevorschriften, bei Sicherheiten muss man einfach die ökologische Komponente mit rein nehmen.

00:14:56: Das heißt Wenn es etwas gibt, was man sich unbedingt merken muss nach diesem Vortrag und wenn man dieses Buch liest.

00:15:02: Greenwashing ist nicht nur Marketing.

00:15:04: Greenmashing ist jetzt nicht nur.

00:15:05: ich gehe in den Supermarkt und sehe ein grünes Produkt und denke mir um ist das wirklich Grün?

00:15:09: Das gehört zu greenwashing definitiv aber es ist eine perfide ganz absichtliche Strategie von Konzernen als abzuweisen dass es starke Regeln gibt.

00:15:21: wir sehen ja jetzt gerade dass sie erfolgreich waren.

00:15:24: Also es ist ein bisschen noch so eine kräftige Zähre, habe ich mir dann so bildlich vorgestellt zwischen der Umweltbewegung.

00:15:29: Wer aller da auch dazugehört das ist jetzt nicht nur Greenpeace aber das sind alle Menschen die sich darum beschäftigen.

00:15:34: Es sind Wissenschaftlerinnen die sich damit beschäftigen, es sind doch Medien die darüber berichten und auf der anderen Seite Konzerne die einfach nicht haben wollen und beide praktisch versuchen Richtung Politik dementsprechend eben auch Einfluss zu wirken in ihrer Interessen ihre Interessen durchzubringen.

00:15:54: Nur sind die einen Interessen Profit getrieben und anderen fürs Gemeinwohl orientiert.

00:16:00: Was auch wichtig ist noch dazu zu sagen, dass wir in einem Wirtschaftssystem leben was Schäden immer wieder externalisiert und auf der Gemeinschaft auslagert und Profite individualisiert bzw privatisiert zum Messen unseres Wohlstands ist eigentlich ein komplett falsches Instrument.

00:16:20: und auch der Erfinder, das BIP hat selber gesagt.

00:16:23: Das BIP misst alles außer dass was das Leben lebenswert macht.

00:16:27: Seit meinem Vater schon damals erzählt wie ich studiert habe ich gesagt es ist total absurd weil wenn ein Auto in Fall entsteht einen riesengroßen Autounfall dann macht das eigentlich das Bip besser.

00:16:37: Was aber de facto ja nicht gutes ist aber weil wir halt dadurch eben die Wirtschaft auch antreiben.

00:16:42: Und das heißt man wird In diesem System, wenn man auf Ökologie setzt.

00:16:50: Wenn man praktisch im Einklang mit der Natur produziert nicht belohnt sondern eigentlich eher bestraft.

00:16:55: und in diesem Spannungsfeld bewegen sich natürlich auch viele Konzerne Und die Schere geht in diesem System zwischen Reich und Arm halt immer mehr auseinander und die Reichen diktieren immer mehr eigentlich wie die Wirtschaft funktioniert und ob wir die Umwelt und das Klima eben noch ich sage es jetzt so retten können.

00:17:16: Ich meine, das verkreteten wir uns ja selber weil wir da hier existieren müssen und das sieht man jetzt gerade auch in den USA bei den großen Konzernen noch bei den Tech-Konzernen wie die viel eigentlich bestimmen und dominieren.

00:17:28: Und nicht nur die großen Konzerne Auch die reichen Menschen Die viel mehr Emissionen verursachen als der Autonomalverbraucher.

00:17:37: ich habe mir die Zahlen auch ausgeschrieben, weil ich das so beeindruckend finde dass die fünf Reichsten Militäre in drei Stunden im Durchschnitt mehr Emissionen verursachen als eine britische Person in ihrem ganzen Leben.

00:17:49: Sie fliegen hundertvierundachtzig Mal pro Jahr mit dem Privatzeit, vierhundertfünfundzwanzig Stunden in der Luft – das sind so viele Emissione wie eine durchschnittliche Person in dreihundert Jahren verursacht und ihre Yachten stoßen so viel Kohlenstoff aus wie die durchsündlichen Personen achthundertsechzig Jahre.

00:18:05: Das heißt... Auch wenn wir zum Beispiel dann hören, es gibt irgendwie grünen Treibstoff für Privatschätts oder es gibt irgendeine Yacht- oder MSc

00:18:12: z.B.,

00:18:13: setzt jetzt auf Nachhaltigkeit.

00:18:18: solche Fortbewegungsmittel, solche Erfindungen können gar nicht nachhaltig sein weil sie an sich schon so unfair sind.

00:18:26: Ich habe mir dann die verschiedenen Akteurinnen, die Strategien und die Tricks angeschaut aus verschiedenen Bereichen.

00:18:33: Wir haben uns dann entschieden die fossile Industrie zu nehmen Die industrielle Landwirtschaft, die Textilbranche, die Plastikbranche und die Finanzbranche gibt sich ja auch noch mehr darüber hinaus.

00:18:44: Aber das haben wir mal als die Schlimmsten mehr oder weniger definiert und die auch dann genauer beschrieben.

00:18:52: Und auch bei den Akteurinnen bin ich eigentlich zu dem Schluss gekommen es gibt niemanden der nicht greenwashed.

00:18:56: also Wir haben die Medien, wir haben die sozialen Medien, sie haben die Wissenschaft selbst.

00:19:01: da gibt's doch Greenwashing.

00:19:02: Ich bereine die bewusst gegründet werden, um eben Druck auszuüben.

00:19:10: Aus der Sicht einer praktischen NGO wir haben in Österreich oder Hatten das ist jetzt zugemacht worden Ökolution zum Beispiel.

00:19:18: Die haben sich immer als Umwelt- und Klima-Angio gegeben und sind aber finanziert worden von der Wirtschaftskammer und von der industriellen Vereinigung zu hundert Prozent.

00:19:26: Das heißt da war auch das große Problem.

00:19:28: die haben uns dann ja auch oft irgendwo die Stimme genommen weil dann hat man diese Umweltorganisation eingeladen Immer konträre Positionen hatte zu allen anderen Umweltorganisationen, weil sie eigentlich von der Wirtschaft finanziert und dirigiert ist.

00:19:45: Von den Strategien gibt es viele.

00:19:48: Es gibt zahlreiche Strategien die Unternehmen anwenden um Green to Wash'n.

00:19:52: Ich habe jetzt da dreizehn Strategien.

00:19:54: dann definieren in dem Buch Da gehört dazu eben sehr wage und sehr unklare Aussagen, kennt ja jeder.

00:20:01: Wie man sagt etwas ist grün, etwas ist nachhaltig das ist auf dem Produkt oder auch der Gesamtgesamte des Unternehmen oft auch sehr unklar.

00:20:09: Begrifflichkeiten Behauptungen wo man keine Beweise hat wie die Unternehmen eigentlich dazu kommen oder auch gerne nur einen Teil eines Produktes Grün machen und alles andere ist überhaupt nicht nachhaltigt dann eben Begriffe beweisen Begrifflichkeit verwendet die keinen Standard und keinen Beweis als Basis haben.

00:20:30: Also da haben wir zum Beispiel die regenerative Landwirtschaft, auf das komme ich dann noch, wo man dann sagt, wir setzen jetzt auf regenerative Landswirtschaft, keiner weiß aber was eigentlich nicht gemeint ist, wo ja die biologische Landwirtschaft einen ganz klaren Vorgaben hätte, was zu machen ist, aber man setzt dann doch lieber auf die regenerative Landwirtschaft.

00:20:49: Da natürlich irreführende Symbole oder Bilder also Verpackungen dieser Nachhaltigte nachgestellt werden Selektive Darstellungen, das habe ich eh schon erwähnt mit Fachsprache, Blenden.

00:21:00: Versprechen in die Zukunft finde auch sehr nett.

00:21:03: wenn man sagt man macht etwas bis x, y und z können wir ja im Prinzip nicht nachvollziehen.

00:21:08: ob das da noch wirklich passiert ist auch zu viel verlangt von jedem einzelnen.

00:21:13: was auch gern gemacht wird ist Sachen die gesetzlich verboten sind einfach trotzdem dann noch drauf schreiben dass man das macht obwohl es eigentlich eh nicht mehr erlaubt ist.

00:21:22: Und was auch sehr perfide ist, und das passt zu dem man sich vorhin gesagt hat, nennt man Deep Greenwashing.

00:21:28: Wenn Unternehmen sich sehr nachhaltig darstellen zum Beispiel auch einen Zertifikat verwenden, zum Beispiel FSC oder so und dann aber hinter Rucks dagegen lobbyieren dass es eben Gesetze genau in diesem Bereich gibt wo man ja eigentlich davon ausgehen könnte die würden ja das eh gut finden wenn's gesetzlich geregelt ist weil sie sicher schon für das einsetzen.

00:21:48: also als Beispiele habe ich da jetzt Zu diesen ganzen Strategien.

00:21:52: eines meiner Lieblingsbeispiele ist das MSC-Gütezeichen im Fischbereich, die sicher Grünheit haben mit dem Ziel nur nachhaltigen Fisch zu vertreiben und es steht auch überall der nachhaltigste Fisch.

00:22:07: Aber zum Beispiel im Standard ist nicht ausgeschlossen oder man ist nicht abgeschlossen, zertifiziert zu werden wenn man überfischt Und Überfischung ist eines unserer größten Probleme der Meere.

00:22:16: Also man könnte davon ausgehen, dass wenn ich einen nachhaltigen Fisch kauf, das da sehr wohl drinnen ist.

00:22:21: Das Problem dabei ist halt mit viele Probleme beim MSC und bei anderen Gütezeichen.

00:22:26: aber wenn ich jetzt vom Supermarktregal stehe und ich sehe der MSc den nachhaltigsten Fisch – und ich glaube es steht sogar wirklich der Nachhaltigste!

00:22:33: Ich hätte jetzt daneben einen heimischen Fisch oder vielleicht sogar eine pflanzliche Alternative gehe ich vielleicht davon aus?

00:22:39: Da steht ja nachhaltiger drauf, das muss ja wohl nachhaltiges sein.

00:22:43: kaufe ich vielleicht sogar noch dieses Produkt mehr, als dass wir eigentlich alle wissen sollten.

00:22:47: Meeresfisch sollte man massiv reduzieren weil wir diese Menge gar nicht mehr produzieren können.

00:22:54: das Verschieben von Zielen Das, was ich vorher schon erwähnt habe – das hat Danone zum Beispiel gemacht und viele gemacht.

00:23:00: Aber Danone war

00:23:01: z.B.,

00:23:02: die haben immer wieder gesagt bis x, y zu einem gewissen Zeitraum werden sie recycelsmaterial einsetzen und haben ihre eigenen Ziele einfach nie erreicht.

00:23:11: Wir haben dann immer wieder die Data noch weiter rausgeschoben und das ist eben wie gesagt für uns auch nicht kontrollierbar oder einklarkbar.

00:23:21: Hier habt ihr euch ja gar nichts dran gehalten!

00:23:24: Beim Deep Green Washing, also eben dieses Lobbyieren dagegen da haben wir aufgedeckt auch dass es Vereine gibt die in Brüssel, in sozusagen, also Branchenverbände.

00:23:38: aktiv gegen die Entwaltungsverordnung in der Europäischen Union lobbyiert haben.

00:23:41: Und da sind Unternehmen dabei, die schon seit Jahren FST zum Beispiel verwenden und sagen sie haben nachhaltiges Holz in ihrer Lieferkette setzen auf nachhaltige Holz.

00:23:51: Die wollen aber dann decidiert nicht dass es eben eine Entwaldungsverordnung gibt.

00:23:56: Gerade in der EU, also wir haben uns das damals ausgerechnet, ist ca.

00:24:01: kommen auf siebenhundfünf Abgeordnete, das heißt fünfunddreißig Lobbyisten pro Abgeordneter.

00:24:06: Das ist schon eine ziemliche Wucht und da muss man dann halt als Greenpeace oder als andere Umweltorganisationen einmal dagegen halten auch.

00:24:15: Bei den Branchen habe ich eh schon erwähnt welche wir uns angeschaut haben also fossile die Landwirtschaft Textil Plastik und Finanz gibt es auch viel zu erzählen hat doch jeder ein kleines Unterkapitel.

00:24:26: bei dem fossilen Bereich haben wir ganz oft gesehen, dass zum Beispiel eine Netto-Null-Strategie vom Unternehmen beschlossen wird.

00:24:34: Sie möchten Netto Null Emissionen haben bis zu zweizigfünfzig und man findet aber keine schlüssige Strategie oder keine Maßnahmen wie sie das eigentlich machen sollen.

00:24:43: Wir haben auch selber eine Studie zwanzigzwanzig rausgebracht wo wir herausgefunden haben, dass die europäischen Ölkonzerne oder die Konzerne des Europäischen Ölamarkts so ninety-two Prozent ihre Investitionen in den Ausbau von Öl und Gas getätigt haben.

00:24:57: Das heißt nur sieben, drei in Erneuerbare.

00:25:00: Bei den globalen Zahlen ist es noch ärger.

00:25:02: ich glaube das sind eineinhalb Prozent der Investitione in ErNeuerbare kommen von den fossilen Konzernen.

00:25:07: und dass aber während Sie unsere erzählen wir brauchen ja die fossile Energieträger um die Neuerbare zu finanzieren.

00:25:15: also da müsste eigentlich schon einen viel größeren Schiff geben wenn Sie das wirklich ernst meinen.

00:25:20: Also ich habe das dann auch so beschrieben, wenn ich sagen würde.

00:25:22: Ich muss essen damit die Energie für die Diät hat in etwa so.

00:25:27: Und dann kommen natürlich ganz viele innovative Methoden wie Krüner und blauer Wasserstoff, HVO-HVO hundert Carbon Capture and Storage wo man dann angeblich CO² verschwinden lassen kann aber wo viele andere Risiken wieder entstehen.

00:25:43: viel zu teure Technologien sind also anstatt wirklich zu sagen wir transformieren unsere Unternehmen was wahrscheinlich für die Unternehmen schlussendlich dann teurer kommen würde.

00:25:54: Kompensationen ist ein eigenes Kapitel, weil es da einfach ganz viele Probleme gibt, also CO²-Zertifikate, das wir so eine super perfide Art und Weise zu Greenwashing empfinden, weil da auch die ganze Verantwortung meistens auf den globalen Süden umgewälzt wird, wo man sagt irgendwo wird ein Wald gepflanzt geschützt oder irgendwelche effizienten Kochöfen finanziert CO-Zwei emittieren und wir rechnen das dann einfach gut mit den Zertifikaten.

00:26:22: Abgesehen davon, dass diese Projekte oft nicht funktionieren ist diese Idee an sich einfach so absurd weil ein Produkt nicht grüner wird nur weil irgendwo anders einen Baum gepflanzt wird.

00:26:33: also der Flug hat trotzdem diese Emissionen.

00:26:37: und es ist auch beim Beispiel Carbon Farming was ich da auch behandle was auch sehr viele Probleme mit sich bringt wo Landwirtezertifikate verkaufen Aber auch wieder so ist, wo ich mir denke eigentlich müsste man ja da reduzieren und dann nicht diese Reduktion verkaufen dass wir andere weiter imitieren können sondern wir müssen ja insgesamt alle runterkommen.

00:27:01: Genau, in der Finanzbranche.

00:27:04: Also bei der Landwirtschaftsbranche war ich da jetzt drüber gesprungen bin ja das ist eben das Carbon Farming ein Problem.

00:27:09: dann ist diese regenerative Landwirtschaft die ich vorher schon erwähnt habe auch spannend.

00:27:14: haben Konzerne wie Nestle und so weiter diesen Begriff mal auf unten und dann setzen sie alle auf regenerative landwirtschaft.

00:27:22: Man stellt sich einfach die Frage, warum wird so was Neues entwickelt und nicht auf etwas Bewertes?

00:27:27: Was auch eine EU-Gesetzgebung im Hintergrund hat.

00:27:29: Warum setzt man nicht auf biologische Landwirtschaft?

00:27:31: Und die einzige Antwort, die man hier finden kann ist einfach weil sie tun können, was sie wollen, weil man nicht genau definiert, was regionale Landwirtschaft ist.

00:27:38: Ich sage jetzt nicht dass regionale landwirtschaft auch gut sein kann wenn man es richtig macht aber es gibt keine Vorgabe dafür.

00:27:45: Genau in der Finanzbranche, die auch sich sehr stark gemacht hat im Greenwaschen gibt es ja ganz viele NetZero Allianzen.

00:27:52: In den USA gibt's eine Anti-ISG Bewegung mittlerweile schon.

00:27:57: aber man hat dann auch herausgefunden dass ist ganz viele ISG Fonds also Environmental Social Governance die eigentlich nachhaltig care sein sollten sagen wir so, die ursprüngliche Idee von ISG war ja einfach nur zu bemessen.

00:28:10: Wo stehe ich in diesen Bereichen?

00:28:12: Geworden ist es das ist nachhaltig und ganz viele dieser ISG-Fonds hatten dann fossile Unternehmen dabei auch DWS, die waren ja auch sehr in den Medien mit ihrem Greenwaschen.

00:28:24: Die hatten damals fand ich auch sehr lustig einen Faux zum Schutz der Meere Und in diesem Faux war einer der größten Kreuzfahrtsgesellschaften drinnen.

00:28:35: Einfacher kann man Greenwashing glaube ich gar nicht erklären.

00:28:39: Aber zumindest hat man im Finanzbereich.

00:28:41: jetzt kommen immer mehr Regulierungen, es gab da auch vor circa einem Jahr eine neue Vorgabe dass man eben das nicht mehr ESG nennen darf wenn gewisse Kriterien nicht erfüllt sind.

00:28:51: dadurch haben sich ganz viele dann noch unbenannt weil sie das nicht mit gewähren konnten.

00:28:56: Was kann man jetzt gegen greenwashing tun?

00:28:59: Also es gibt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das gibt's in Deutschland genauso wie in Österreich und hier ist es eigentlich jetzt schon so dass man ihre führende Aussagen nicht tätigen darf.

00:29:12: Es ist aber trotzdem sowohl kein Kläger als kein Richter.

00:29:15: Das heißt ich muss erst einmal gegen so etwas vorgehen gerichtlich damit auch verhindern kann oder einklagen können, dass der Konzernen damit aufhört.

00:29:23: Das macht ja die Umwelthilfe in Deutschland ganz viel.

00:29:26: Wir haben das noch nicht so etabliert in Österreich weil wir das bis dato nicht durften und noch immer nicht dürfen.

00:29:32: Wir versuchen gerade die Anerkennung zu bekommen.

00:29:34: Da gab es eine EU-Richtlinie wo man eben jetzt sich bewerben kann.

00:29:38: Die haben wir jetzt in Österreich auch mal umgesetzt und jetzt sind wir auch gerade in diesem Prozess, dass wir das dürfen.

00:29:44: Aber es gibt eine gute Neuigkeit, eine gute und schlechte in dem Bereich.

00:29:48: Es gibt die Empowering-Konsumerrichtlinie, die jetzt bis Ende März umgesetzt werden muss, die schon viele Verbesserungen hier bringen wird – so vermuten wir, weil dezidiert grüne Begriffe aufgenommen worden sind.

00:29:59: Das heißt wenn man jetzt klagt ist man viel sicherer dass man diese Klage auch gewinnt als vorher.

00:30:04: Vorher war das Risiko einfach noch etwas größer diese grünen Begriffe hier nicht decidiert geregelt worden sind.

00:30:10: Und es ist auch so, dass man zum Beispiel nicht mehr klimaneutral sagen darf wenn man kompensiert.

00:30:15: das ist ein super Fortschritt.

00:30:17: Man muss auch das gesamte Produkt, muss grün sein und nicht nur ein Teil davon.

00:30:21: also so ein paar neue Regelungen gibt's.

00:30:24: Also aber die schlechte Nachricht ist was ganz interessant ist, dass eigentlich die Green Claim Richtlinie auch geplant war als Lex Speziale gegenüber der Empowering Consumer Lex Generales sozusagen wo man dann wirklich genauer definiert hätte, was muss man denn tun wenn man etwas grün benennt?

00:30:42: Was muss man tun, wenn man ein Gütezeichen verwendet.

00:30:45: Wie ist das sozusagen im ... Also wie heißt es juristisch, weil wir Juristen da sind also eben nicht nachher sondern vorher klären muss und diese Greenclaim-Richtlinie und das war soweit ich weiß Premiere wurde von der Kommission einfach zurückgenommen.

00:30:59: Das ist so davor glaube ich noch nie passiert.

00:31:02: aber da hat man schon gesehen wie sich das gerade in der Kommission und in Brüssel einfach dreht, weg von diesem Green Deal hin zu einem Greenwashing-Deal oder Clean Industrial Deal.

00:31:15: Genau!

00:31:15: Und jetzt sind wir eh schon in der Jetzzeit eben beim Green Deal, jetzt war es im Jahr zwei Jahrzehnte.

00:31:20: ein Leben gerufen worden ist eigentlich sehr viel.

00:31:23: ja er ist nicht perfekt gewesen und es war auch nicht so dass jetzt Green Factory alles ist super.

00:31:29: aber es war schon irgendwo auch ein Lichtblick Dass das Ganze komplett zurückgenommen wird, zurückgerudert wird in den USA.

00:31:39: Wie gesagt gibt es anti-schiebewegungen.

00:31:40: Es werden Gesetze zurückgenommen und es ist eigentlich gut wenn man sich nicht ökologisch ausrichtet.

00:31:47: Darin motiviert.

00:31:48: Ich brauche vom Trump ja gar nicht reden, das kriegt eh jeder mit.

00:31:52: Ich habe jetzt vorgestern auch gelesen dass es eine globale Umfrage sozusagen gab von Hundertfünfundsechzig-Nachhaltigkeitsexperten die auch gesagt haben also das wo nur zweiundzwanzig Prozent gesagt haben sind sind überzeugt dass der Green Deal zu wirklichen Gesetzen führt die uns was bringen.

00:32:09: Also hier ist einfach komplette Trendwende.

00:32:12: und jetzt kommen die ganzen Omnibusverordnungen.

00:32:17: Eigentlich ein Omnibus sollte eigentlich nur dazu gemacht werden, um technische Adoptionen durchzuführen.

00:32:24: Und jetzt wird mit der Kettensäge über alles drüber radiert.

00:32:29: Der erste Omnipus ist auch schon veröffentlicht worden und beschlossen worden wo es um die CSLD, also in die Nachhaltigkeitsberichterstattung ging, um das Lieferkettengesetz und um die Taxonomie, wo alle wieder zurückgenommen wurden was eigentlich geplant gewesen wäre.

00:32:45: Jetzt hatten wir vor kurzem eben die Informationen über den Umweltomnibus, wo es um die Wasserrahmenrichtlinie geht und die Konsmetikverordnung und die Zulastungen von Bauprojekten.

00:32:53: also das wird auf allen Ebenen nicht nur im Umweltbereich auch im sozialen Bereich auch im digitalen Bereich alles unter dem Deckmantel der Deregulierung der Simplification der Wettbewerbsfähigkeit alles wegratiert.

00:33:07: Es ist wirklich sehr bedenklich gerade und wir versuchen da jetzt mit allen möglichen Mitteln, die wir haben dagegen auch anzuhalten.

00:33:14: Weil im Endeffekt ist das unter dem Deckmantel der Vereinfachung einfach unsere ganzen Schutzstandards aufgelöst wo wir eigentlich so viele Jahre dafür gekämpft haben, die unser Allerschützen und eigentlich wird das Risiko nur verschoben vom Unternehmen hin zu uns allen.

00:33:30: Die Kosten, die dann entstehen werden.

00:33:32: Auch die gesundheitlichen Risiken, die damit einhergehen, werden einfach auf die Allgemeinheit wieder geschoben.

00:33:39: Wie es jetzt dazu kam ist natürlich schwer genauer zu sagen wie das alles gekommen ist aber... Ein Teil davon ist sicher, dass viele Unternehmen eben nicht ernst gemeint haben.

00:33:51: Weil sie eben green gewascht haben.

00:33:53: Das heißt die haben eigentlich nur kosmetische Maßnahmen gesetzt und aus diesem Grund können Sie auch jetzt ganz leicht davon wieder abkommen weil sie es eigentlich eh nie ernst gemeins haben.

00:34:01: und so ist auch meine These Weil würde ein Unternehmen tatsächlich sagen, sie transformieren.

00:34:07: Sie setzen auf ökologische Nachhaltigkeit und auch soziale?

00:34:11: Dann würden sie jetzt nicht einfach davon wieder abkehren.

00:34:13: also wenn ich jetzt nimm dann immer das Unternehmen Sonnentor als Beispiel, was man vielleicht kennt die haben es einfach in ihrer UnternehmensDNA drinnen Und komme was wolle!

00:34:23: Die werden da auch weitermachen und das ist dann egal was auf der EU beschlossen wird.

00:34:28: Das heißt wir sind jetzt halt im Green Canceling Eine Stufe davor, wo man sagen kann Unternehmen machen zwar was setzen sich zwar ein oder versuchen ökologische Nachhaltigkeit voranzutreiben aber sie reden nicht mehr darüber weil so sagen Sie Angst haben da diskreditiert oder vielleicht sogar verklagt zu werden.

00:34:49: Das ist auch ein Riesenproblem weil einfach der Austausch dann zwischen den Unternehmen noch fehlt wie man eigentlich weiter kommt und das Thema hat auch keine Relevanz mehr.

00:34:59: Parallel dazu, und es mir auch noch wichtig zu sagen ist ja nicht nur so dass wir in der Essenz im Inhaltlichen grad große Probleme haben sondern auf vielen Ecken und Enden wird ja auch gegen die vorgegangen die sich eben für diese Themen einsetzen.

00:35:13: In dem Fall jetzt auch gegen Umweltorganisationen das heißt das ganze Klima rund um indem wir uns bewegen und indem wir arbeiten.

00:35:20: wir trauer also autoritäre Regime Regierungen Parteien werden immer mächtiger.

00:35:27: Wir haben in den USA gerade selbst eine Slabklage an HALS, also eine Einschüchterungsklage Strategic Laws against Public Participation.

00:35:35: Wo Energy Transfair Greenpeace USA und Greenpeace International auf sixhundert sechsundsechzig Millionen Dollar verklagt hat.

00:35:41: Das ist jetzt auch schon bestätigt.

00:35:44: nur ein Anführungszeichen mehr mit dreihundertfünfundvierzig Millionen, wo wir auch Einspruch erheben werden.

00:35:49: aber das heißt natürlich wenn es durchgeht kann Greenpeace-USA eigentlich zu machen.

00:35:54: Das heißt es ist für uns immer schwieriger auch zu arbeiten, weil wir nicht nur inhaltlich bekämpft werden sondern auch wie wir eigentlich das überhaupt arbeiten können.

00:36:03: Deswegen auch die Whistleblower-Initiative, die ich mitgegründet habe und diese Antikorruption-Initiativen, weil ich mich ganz viel auch mit den Themen Liberale Demokratie und Zivilgesellschaft beschäftige, wenn wir keine Versammlungsfreiheit mehr haben oder unabhängigen Medien mehr haben dann kommen wir bei unseren Themen auch nicht mehr durch und können noch nicht mehr arbeiten wie wir sie ja schon sehen zum Beispiel im Ungarn.

00:36:25: Und das Ganze findet aber parallel dazu statt, wo eigentlich sehr viele Menschen die Klimakrise sehr wohl wahrnehmen und sehr große Angst davor haben über diese Folgen.

00:36:36: Es gibt eine Studie aus dem Jahr zwanzig vierundzwanzig, wo neunundachtzig Prozent der Befragten gesagt haben, dass sie sich entschlossenes Handeln gegen die Klima-Krise wünschen.

00:36:46: Mir kommt es ein bisschen zuvor, dass wir dieses Change bei Design können.

00:36:50: Das schaffen wir nicht.

00:36:51: Es geht immer nur Change bei Disaster.

00:36:53: Jetzt haben wir gerade wieder die Ölkrise und man fragt sich... Na ja!

00:37:00: Man hätte sich auch überlegen können, dass das vielleicht besser wäre wenn man sich unabhängiger aufstellt in der Energieversorgung und nicht abhängig ist von autoritären Autokraten, autoritärenden Regimen und das Öl weiter importiert.

00:37:16: Wir setzen uns halt weiter dafür ein.

00:37:18: Einerseits natürlich für diese Grundstruktur, für die liberale Demokratie und für die Möglichkeit das Zivilgesellschaft gehört wird und arbeiten kann aber dass man auch eben weiterhin, also nicht weiterhin, sondern wieder regeln hat, dass man Gesetze hat, vorgaben hat was auch viele Unternehmen ja nicht schlecht ist wenn sie in einer Gleichberechtigung im Wettbewerb agieren können wenn es für alle gilt und nicht immer nur in diesem freiwilligen Bereich sind.

00:37:44: Wir fordern einfach nach wie vor Regeln, wir fordern Transparenz.

00:37:47: Wir setzen da weiterhin auf großen Druck Richtung Konzerne aber vor allem auch Richtung Politik.

00:37:52: und das geht halt nur wenn wir eine starke Zivilgesellschaft haben.

00:37:55: Und es ist wirklich bei dem Thema Es fehlt nicht an Wissen, es fehlt nicht irgendwie an Transformationskraft Die fehlt einfach an den Willen.

00:38:04: Jetzt ist es und ich nehme die Frage auch vorweg mit Was kann man tun?

00:38:06: Das kommt immer so.

00:38:08: was kann man jetzt machen?

00:38:10: Ich finde einfach, wir sind viel mehr als Konsumenten und Konsumentinnen.

00:38:14: Und dieses Saga jeder Griff ins Regal ist ein politischer Auftrag.

00:38:18: das ist irgendwie ganz nett und ich sage auch nicht dass man nicht nachhaltig konsumieren soll.

00:38:22: das ist definitiv wichtig versuche ich auch so gut wie möglich es geht.

00:38:26: aber der viel größere Hebel ist natürlich wenn es Regeln und Vorgaben gibt für die Konzerne wie sie wirtschaften und dass es hier diese Transformation gibt.

00:38:35: Ich bin einfach sehr stark der Meinung, dass wir in unserem Wirkungsbereich total viel bewirken können.

00:38:40: Wenn wir den Unternehmen, den wir arbeiten und dem Bekanntenkreis, indem wir uns bewegen das Thema zum Thema machen, wenn wir uns dafür einsetzen... ...wenn es mehr Whistleblower gibt die wirklichen Unternehmen den Mut haben zu sagen ich melde das jetzt von etwas schiefrennt so wie die Desire Fixler bei DWS gemacht hat Riesenskandal der CEO ist gleich zurückgetreten, große Strafen wurden gezahlt.

00:39:00: Ich glaube nicht dass die DWS so leicht wie der Greenwasht also sowas braucht es einfach noch viel mehr.

00:39:06: und es gibt auch gute Beispiele wo Unternehmen wirklich transformiert sind.

00:39:09: Es wird zum Beispiel jetzt die Firma Ostret oder Ostret ich weiß nicht was richtig ausspricht komplett von einem fossilen Konzern in einer erneuerbaren Energieunternehmen gewandelt ist.

00:39:21: Genau und der letzte Satz damit es nicht ganz so deprimierend ist.

00:39:27: Ich habe mir dann schon gedacht, dass es eigentlich überhaupt Greenwashing gibt und das überhaupt diese Strategien gibt und dieses kräftige Zähre was wir jetzt finden und dieses Strategiewechsel die auch von der EU jetzt vor Ort geführt wird.

00:39:41: Das passiert ja nur deswegen weil es eine sehr starke Umweltbewegung gibt.

00:39:45: Sonst müssten sie das ja alles nicht machen Und das gibt mir dann halt wieder Mut, da auch weiterzumachen und da am Ball zu bleiben.

00:39:52: Gerade jetzt an den Ball zubleiben und eben weiterzuwirken weil ich mich halt schon auf denke was wäre wenn es das nicht gäbe?

00:39:58: Dann wären wir noch ganz woanders.

00:40:00: also um so ein bisschen einen positiven Schlussschlusssatz zu sagen

00:40:06: Das war der Ökom Podcast heute mit einem Vortrag der Wirtschaftsexpertin und Sprecherin von Greenpeace Österreich Ursula Bitnau über die neuen bei Ökom erschienenen Greenpeace Report zur Greenwashing.

00:40:17: Am Mikrofon war Manuel Schneider.

00:40:19: Schön, dass Sie dabei waren.

00:40:21: bei der Infos zum Buch und zu unserer Referentin finden sie in den Show Notes oder unter www.yokominusverein.de.

00:40:29: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

Wie können wir mit neuem Denken und beherztem Tun die Krisen unserer Zeit bewältigen?

Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ gibt hierzu Denkanstöße. Mit Lesungen aus Büchern, Essays, Vorträgen und Gesprächen über Themen, die die Welt bewegen (sollten): Was tun gegen die Erhitzung unseres Planeten oder den Verlust an Biodiversität? Wie können wir unser eigenes Leben ökologischer und nachhaltiger gestalten – und dabei an Lebensqualität gewinnen?

Vordenker*innen des weltweiten Diskurses über Nachhaltigkeit kommen zu Wort: analysieren klug, klären auf, stimmen nachdenklich – und machen Mut: für eine Zukunft mit Zukunft.

Der oekom podcast „Die guten Seiten der Zukunft“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des oekom vereins im Rahmen des Projektes "münchner zukunftssalon" mit dem oekom verlag.

von und mit oekom verein & oekom verlag

Abonnieren

Follow us